WIR-Idee

Jeder Anfang benötigt ein Ende und eine neue Idee. WIR alle stehen vor einem gesellschaftlich-strukturellen Wandel – die/der Eine mehr und die/der Andere weniger. Demografische Entwicklungen, Klimawandel,  Medienkonsum, soziale Versäulung, Politikverdrossenheit, Kaufverhalten, ökonomische Instabilitäten oder die Globalisierung und lokale Identitätsverluste sind dafür nur einige große Schlagworte. Dass dieser Wandel sich gerade vollzieht, hängt damit entscheidend von unserer Wahrnehmung der individuellen Lebensrealität und dem stetigen “Sich-Verändern” ab…

Warum entstand dieses Dorf- und Bürgerforum?

WIR sind aktive Menschen vom Lande die wahrnehmen, dass sich nicht nur in den Metropolen sondern auch im ländlichen Raum real etwas verändert. Wachstum und Schrumpfung finden parallel statt, was unsere privaten wie staatlichen Rahmenbedingungen verändert. Veränderung ist damit inzwischen etwas völlig Normales geworden. Und: die Menschen – WIR alle – nehmen täglich darauf Einfluss, die einen mehr und die anderen weniger. Darum fragen WIR uns: Wer ist “satt” und wer hat noch “Hunger”? Worauf haben wir Hunger und was treibt uns an? Wie wollen wir in Zukunft leben? Welche Interessensgruppe treibt das dörfliche Leben an oder aus? Wer kümmert sich hierbei wie um die Zukunft der Dörfer und deren BewohnerInnen? Diese Fragen wollen WIR langfristig beantwortet wissen – mit Verstand, Herz und Hand!

Ein “glokales Bewusstsein” für die Zeit zu schaffen ist ein wichtiges Anliegen unsererseits. WIR verbinden das scheinbar Unverbindbare. Unser gelebtes Motto “WIR sind der glokale Treibstoff!” ist hier bisher auf sehr positive Resonanzen gestoßen. Seit November 2012 gibt es unser Forum, das von den Heimat-Rückkehrern Henning Sander und Nils Algermissen im Zuge einer großen Auftaktveranstaltung in Coppenbrügge ins Leben gerufen wurde.

WIR die Weserbergland-Ith-Region?

Was ist eigentlich eine Region? Das, was sich als Region definiert! Ein immer komplexer werdendes “Sich-Verändern” der realen Lebenswelt hat viele berufliche wie private Aspekte und Ursachen, die WIR aufgreifen (Elementarfaktoren: Bildung-Beruf-Beziehung). Somit definieren WIR Region “von unten” und nicht “Top-down”, wie es oftmals gesellschaftspolitisch wahrgenommen wird. Region also als realer Kultur- und Aktionsraum.

Unsere Heimatregion – das Weserbergland, gelegen im südlichen Teil Niedersachsens – ist unser Anker und Motor zugleich. Das Weserbergland mit den Landkreisen Holzminden, Hameln-Pyrmont und Schaumburg ist ein ländlich geprägtes Gebiet. Mit über 200 umliegenden Dörfern, vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in einer natur-touristisch attraktiven Lage, gilt das Mittelzentrum Hameln als Knotenpunkt in der Weserbergland-Region.

Trotz aller Erholungs- und Gesundheitsfunktionen ist unsere Gegend vom strukturellen Wandel betroffen. Hier wollen und können WIR uns engagieren – jede/r Einzelne – von und für die Dörfer und von jung bis alt! WIR fühlen uns in einer gesellschaftlichen Verantwortung für unseren sich stetig ändernden Lebens-, Energie- und Kulturraum.

In unserem Weserbergland-Teil, östlich von Hameln gelegen, befindet sich der 439 m hohe Gebirgszug ITH mit vielen wunderschönen Facetten in herrlicher Landschaft des Naturparks Weserbergland. Dieser ist für uns – neben der Natur- und Erholungsfunktion vor Ort – das verbindende geographische Element bzw. Struktur- und Namensgeber. Etwa 30 Dörfer umgeben den Ith. Allein in den zwei Gemeinden Coppenbrügge und Salzhemmendorf gibt es über 250 Vereine und ehrenamtliche Institutionen. WIR wollen, dass das so bleibt und sind damit Heimatgefühl und (über-) regionaler Identitätsbaustein zugleich. Kurzum: WIR sind bunt, vielfältig und nicht schwarz-weiß, was beispielsweise unser Logo klar zum Ausdruck bringt!

Was verstehen WIR unter einem “Ländlichen Zukunftsmanagement”?

Das “Ländliche Zukunftsmanagement” wollen WIR im Sinne eines “Zukunftsengagements” für die “ländliche Heimatregion” sehen! Es geht in unserer Dorfbewegung um einen sektoren- und generationenüber-greifenden Ansatz, der die ländlichen Stärken bündeln, neue Ideen und zivilgesellschaftliche Projekte erarbeiten und umsetzen will: langfristig, gemeinsam und themenoffen! WIR wollen den Blick stets auf das was kommen wird richten und aus dem Vergangenen sinnvoll lernen. WIR definieren das Wie (planen-entwickeln-managen)! WIR sind “dafür” und nicht nur “dagegen”! WIR machen “Lust aufs Dorf” und wollen eine basisdemokratische BürgerInnenbeteiligung sein! WIR wollen die globalen Themen lokalisieren, ein Teil der ganzen “Gegend” sein. Diese Idee ist in der Region einmalig, denn “WIR sind das Dorf!”. Eine Zukunftskultur im regionaldörflichen Miteinander ist unsere Vision. Chancen und Risiken stehen dabei natürlich nebeneinander, insbesondere für die lokale Wirtschaft, die WIR nach besten Kräften unterstützen werden.

WIR stehen damit für das “Dorf an sich” ein, denn WIR sind der festen Überzeugung, dass das Wichtigste im Leben keinen materiellen Wert hat. Gerade der ländliche Raum muss sich dies bewahren! Zudem gibt es keine Zukunft ohne die Vergangenheit und Gegenwart, die WIR verstehen wollen. WIR sind Suchende und Bewegte zugleich, Generationen- und Menschenfreunde. WIR fragen uns dabei stets nach dem Sinn und wollen auch alte Werte und Praktiken erhalten bzw. wiederbeleben. WIR wirken überparteilich, unabhängig, gemeinnützig und zielorientiert.

Warum “glokal”?

Das Leben ist Veränderung. Und: Wissen ist Macht! Das ländliche Leben hat sich in den letzten Jahrzehnten strukturell erheblich verändert. Insbesondere die reale wie digitale Mobilität prägt unser heutiges Leben – vom Dorf bis in die großen Städte. Somit gilt es jetzt Traditionen und Innovationen zu verbinden, um nach-, weiter- und auch mal querdenken zu dürfen. Jeder Mensch hat Wissen, Können und Kreativität, welche/s sie oder er einsetzen kann! Aber tun wir es auch? Wie gehe ich selbst mit dem “Wandel” um und welche Lebensbedürfnisse benötige ich jetzt und zukünftig? Geht alles so weiter wie bisher? Das sind zentrale Fragestellungen. Unser Regionalverständnis ist damit “glokal”, weil das Wissen und Können mit dem Glauben zusammen gehören und der Wandel in den Köpfen – langsam aber nachhaltig – beginnt. Glokal ist heute real!

Durch unser fachliches Wissen und unsere eigenen glokalen Erfahrungen wollen WIR eine nachhaltige Lebens- und Bürgerregion werden! WIR verstehen uns als offenes und vernetztes Forum, weil WIR davon überzeugt sind, dass die “weichen Standortfaktoren” eine erhebliche Wichtigkeit für zukünftige Entwicklungen haben werden. Diese wollen WIR stetig befördern und aktiv halten! Es geht uns um eine RegionalBildung und ein modernes Verständnis von Heimat. Denn was bringt uns eine wachsende Infrastruktur, wenn die Menschen sie nicht (mehr) nutzen? WIR denken, dass Krisen und Instabilitäten auch Chancen sind, die es zu nutzen gilt.

Letztendlich geht es um die entscheidende Frage der Haltung zueinander. WIR wissen, dass Regionen auch nur Menschen sind – Menschen wie Sie, du und ich! Nur Lokalisierung (wohnen, leben) oder nur Globalisierung (arbeiten, immer “mobil-schnell-und-vernetzt” sein) wäre jeweils eine zu eingeschränkte Perspektive. Viele Studien zu neuen Krankheitsbildern (Burn-out usw.) und unsere Wahrnehmung der Mitwelt zeigen, dass ein immer intensiveres “Schneller-Höher-Weiter” langfristig nicht gut gehen kann! Bislang zählten oftmals nur kurzfistige “Camelion-Perpektiven” (Projekteritis, Heuschrecken-Mentalität, Geldreligion usw.). Doch kann das alles sein? Auch das “Sich-Verkriechen” vor dem Gemeinschaftsleben oder das Schlechtreden von Veränderungen (z. B. zu den Themen Erneuerbare Energien oder Migration) kann nicht zum Ziel führen, um glücklich und zufrieden zu sein. WIR machen uns bewusst was es heißt, wenn WIR durch unsere eigenen Handlungen gewisse Entwicklungen befördern oder bremsen können (Stichworte: Konsum-Information-Mobilität). Die Teilhabe und Verantwortung vor Ort sind dabei entscheidende Einflussfaktoren.

WIR haben uns seit dem Jahr 2013 landes-, bundes- und EU-weiten Dorfbewegungen angeschlossen. Damit sind WIR “glokal”.

Wie ordnen WIR uns formal ein?

WIR-Zahnräder

WIR wollen uns kümmern und nicht jammern! WIR werden neue Lösungen für alte Probleme finden – mit Verstand, Herz und Hand (allerdings muss man dort, wo keine Probleme sind, auch keine zu lösen versuchen)! Erklärtes Ziel ist es, dass viele Mitmenschen unserer Dörfer werte- und lernfähig bleiben und WIR uns eine Identität erarbeiten. Dies können WIR zwar nicht messen, aber WIR können es fühlen! Unsere Vision ist es, ein fähiges und starkes Dorfnetzwerk zu etablieren. Dann können gern externe Krisen kommen: WIR lassen uns davon nicht aus der Bahn werfen, weil WIR das passende Werkzeug entwickelt haben, um dem entgegenzuwirken! Wie das gehen kann, wollen WIR aufzeigen – gemeinsam, aktiv und zukunftsorientiert!

Darum: nehmt sehr gerne Konkat mit uns auf – WIR freuen uns auf Sie und dich sowie jeden “glokal Aktiven” in den Dörfern!

Mit regionalen Grüßen

Nils Algermissen und Henning Sander